Osteoporose: Knochen brauchen Belastung, um belastbar zu bleiben
Therapie

Osteoporose: Knochen brauchen Belastung, um belastbar zu bleiben

Petra Gillmann

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3 Min. Lesezeit

Bei Osteoporose nimmt die Knochenfestigkeit ab und das Frakturrisiko steigt. Neben Calcium und Vitamin D spielt auch Bewegung eine wichtige Rolle: Mechanische Belastung und Muskelaktivität setzen Reize, die für den Erhalt der Knochengesundheit wichtig sind.

Knochengewebe befindet sich ständig im Umbau

Unser Skelett wirkt wie eine feste und unveränderliche Struktur. Tatsächlich wird Knochengewebe jedoch während des gesamten Lebens kontinuierlich auf- und abgebaut. Mit zunehmendem Alter verändert sich das Verhältnis dieser Prozesse. Bei Osteoporose nimmt die Knochenmasse ab und die Knochenstruktur wird anfälliger.

Alter, hormonelle Veränderungen, bestimmte Erkrankungen und Medikamente, Ernährung sowie körperliche Aktivität können dabei eine Rolle spielen. Da der Verlust an Knochenmasse zunächst meist keine Beschwerden verursacht, wird Osteoporose häufig erst durch eine gezielte Untersuchung oder im Zusammenhang mit einer Fraktur festgestellt.

Bewegung setzt auch Reize für die Knochen

Knochen reagieren auf die Kräfte, denen sie im Alltag und bei körperlicher Aktivität ausgesetzt sind. Gehen, Treppensteigen, Krafttraining und andere belastende Bewegungen erzeugen mechanische Reize, die für den Erhalt des Bewegungsapparates von Bedeutung sind.

Auch die Muskulatur spielt dabei eine wichtige Rolle. Bei jeder Muskelkontraktion entstehen Kräfte, die auf die verbundenen Knochen übertragen werden. Muskelkraft und regelmäßige körperliche Aktivität sind deshalb auch für die Knochengesundheit relevant.

Bei bestehender Osteoporose müssen Art und Intensität der Belastung jedoch an die individuelle Situation angepasst werden, insbesondere wenn bereits ein erhöhtes Frakturrisiko besteht.

Galileo setzt mechanische Reize auf eine andere Weise

Galileo ist eine Vibrationsplattform, deren Seiten sich abwechselnd auf und ab bewegen. Dadurch entsteht ein Bewegungsmuster, das dem natürlichen Wechsel zwischen rechter und linker Körperseite beim Gehen ähnelt und schnelle, wiederholte Muskelreaktionen auslöst.

Das Training kann genutzt werden, um die Muskulatur zu aktivieren und Fähigkeiten wie Kraft, Stabilität und Gleichgewicht zu fördern. Gerade bei Osteoporose sind diese Faktoren von Bedeutung, da neben der Knochengesundheit auch die Vermeidung von Stürzen eine wichtige Rolle bei der Reduzierung des Frakturrisikos spielt.

Galileo ersetzt weder die medizinische Behandlung der Osteoporose noch andere Formen körperlicher Aktivität. Das Vibrationstraining kann vielmehr als ergänzender Bestandteil eines individuell abgestimmten Trainings eingesetzt werden.

Bei Osteoporose zählt nicht nur die Knochendichte

Das persönliche Frakturrisiko lässt sich nicht allein anhand des Ergebnisses einer Knochendichtemessung beurteilen. Muskelkraft, Gleichgewicht, Bewegungssicherheit und das individuelle Sturzrisiko gehören ebenfalls zum Gesamtbild.

Eine Person mit verminderter Knochendichte und guter körperlicher Leistungsfähigkeit befindet sich in einer anderen Ausgangssituation als jemand, bei dem zusätzlich Muskelschwäche und eine ausgeprägte Gangunsicherheit bestehen.

Der Umgang mit Osteoporose richtet sich deshalb nicht ausschließlich auf den Knochen. Kraft, Mobilität und Sicherheit bei alltäglichen Aktivitäten möglichst lange zu erhalten, ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil.

Training muss zur individuellen Situation passen

Eine Osteoporose-Diagnose bedeutet nicht, dass körperliche Belastung grundsätzlich vermieden werden sollte. Geeignet ausgewählte Bewegung und Training können vielmehr Teil der Behandlung und des Erhalts der körperlichen Leistungsfähigkeit sein.

Welche Übungen sinnvoll sind und mit welcher Intensität trainiert werden kann, hängt unter anderem von Knochengesundheit, früheren Frakturen, Muskelkraft, Gleichgewicht und weiteren gesundheitlichen Faktoren ab.

Das gilt auch für das Training mit Galileo. Eine individuelle Beurteilung hilft dabei zu entscheiden, ob diese Trainingsform geeignet ist und wie sie sicher in ein bestehendes Bewegungskonzept integriert werden kann.

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Geschrieben von

Petra Gillmann

Experte für Gesundheit und Wohlbefinden im Gesundheitshaus Garrel.

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